Geschichte der Pfarrei

 

Die Geschichte von Dorf und Kirchengemeinde war Jahrhunderte untrennbar miteinander verbunden. Ein Symbol hierfür ist sicher auch unser markanter Kirchturm, der weit in die Landschaft hinaus auf unsere Gemeinde hinweist.

Die Entstehung des Dorfes Amberg liegt der Chronik zufolge weitestgehend im Dunkeln. Älteste urkundliche Erwähnungen über ein welfisches Gut stammen aus den Jahren 1067 und 1170. Spätere Dokumente berichten immer wieder über wechselnde geistliche und weltliche Herren. Laut Amberger Chronik hat der Ortsname seinen Ursprung in "Berg mit Auen" oder "Berg an der Aue".       

Die frühesten Zeugnisse unserer Kirche reichen zurück in das Jahr 1249, als der damalige Inhaber der Ortschaft Amberg, Hans von Waal, einen Vorgängerbau des heutigen Kirchengebäudes errichtete und auf das Patrozinium des "Johannes des Täufers" weihen ließ. Die Chronik belegt, dass das Patrozinium 150 Jahre später am       1. September 1399 in "Mariae Heimsuchung" geändert wurde.

Den nachhaltigsten Eindruck in der Historie von Dorf und Pfarrei hinterließ die Handelsfamilie Welser. Der Augsburger Patrizier Bartholomäus Welser, hatte sich nördlich der Kirche ein Schloss als Altersruhesitz errichten lassen. Als er sich aus dem 1551 aus dem Geschäftsleben zurückzog, nahm er hier seinen Wohnsitz. Nach seinem Tod 1561 fand er hier auch seine Grablege.

Im Jahr 2011 gedachte die Familie Welser, die Stadt Augsburg und die Gemeinde Amberg des 450sten Todestages von Bartholomäus Welser. Den Gedenkgottesdienst am 27. März 2011 feierte Weihbischof Josef Grünwald unter Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste. Georg Freiherr von Welser enthüllte anschließend einen Gedenkstein an der Stelle des früheren Zugangs zur Gruft. Diese Familiengruft der Welser befindet sich vor dem heutigen Marienaltar und ist nicht mehr begehbar. Ein Empfang mit Festvortrag von Herrn Dr. Magnus

Ulrich Ferber im Gemeindehaus rundete die Veranstaltung ab.
http://www.gemeinde-amberg.de/Dorferneuerung/PDF/450_BW_Flyer.pdf

Die Annahme, dass Welser nach der glücklichen Niederkunft seiner Frau die Figur "Maria im Kindbett" stiftete, gilt zwischenzeitlich als widerlegt. Diese Darstellung war schon vor den Welsern in der Dorfkirche vorhanden und im Lauf der Jahrhunderte entwickelte sich zu dieser wie auch zu einer Kreuzpartikelreliquie eine rege Wallfahrtstätigkeit in Amberg, die bis ins 19. Jahrhundert andauerte.

 Der vormalige spätromanische Kirchenbau war im 15. Jahrhundert größtenteils abgetragen worden. Unter Verwendung der alten Baumaterialien (Fundament) wurde er nunmehr im gotischen Stil neu errichtet. Mit dem beginnenden 18. Jahrhundert wurde die Kirche dem Zeitgeschmack entsprechend barockisiert. In den Jahren 1863 bis 1865 musste die Kirche, dem Einsturz nahe, grundlegend erneuert werden. Der noch heute vorhandene Hochaltar stammt aus dem Jahre 1680. Die beiden Seitenaltäre und die Kanzel wurden von dem Amberger Kunstschreiner Paul Gedler um 1765 geschaffen.

 

Patrozinium der Gemeinde und Pfarrkirche Mariae Heimsuchung

Das Hochaltarbild unserer Pfarrkirche stellt den Besuch Marias bei ihrer Base Elisabeth dar, wie es im Lukas-Evangelium 1,39-56 erzählt wird. 

Nachdem sie vom Engel die Botschaft über ihre Zukunft als Gottesmutter erfahren hatte (diese Szene zeigt das obere, kleine Altarbild), machte sie sich auf den beschwerlichen Weg zur späteren Mutter von Johannes dem Täufer, um bei ihr Rat und Ruhe zu suchen. Aus dem Dialog der Begrüßung sind zum einen jene Zeilen überliefert, die im Ave Maria eine spätere Verwendung fanden. Auch das großartige Magnifikat entstammt diesem Gespräch: "Meine Seele preist die Größe des Herrn..."

 

Im Jahre 2000 feierte die Pfarrgemeinde offiziell ihr 750-jähriges Bestehen und 600 Jahre Patrozinium "Mariae Heimsuchung". Mit der Weihe von Altar, Ambo und Taufbrunnen durch Weihbischof Max Ziegelbauer wurde gleichzeitig eine neuerliche mehrjährige Sanierung abgeschlossen. Diese umfasste zunächst die Sakristei und den gesamten Dachstuhl. Dann wurde die Kirche neu ausgemalt und die Altäre, Figuren und Orgel restauriert. Ein neuer, zur Einrichtung passender Beichtstuhl wurde aufgestellt. Krönung der Renovierungsarbeiten war der neue Altar aus Jura-Marmor, gefertigt von den Türkheimern Bildhauern Gerhard und Thomas Schröder. Um diese Altar „des Brotes“ und den Ambo als „Altar des Wortes“ versammeln wir uns zur Feier der Gottesdienste. 

Im Jahr 2006 erfuhr das Kirchengebäude auch eine umfassende Aussensanierung und erhielt einen neuen Anstrich in Weiß und Zartgelb.

   

Das Pfarrhaus 

Das Amberger Pfarrhaus in seiner heutigen Form wurde im Jahre 1880 nach einem Brand anstelle des Vorgängergebäudes neu errichtet. Damals gehörten auch noch eine Ökonomie (Landwirtschaftsbetrieb mit ausreichend Grundstücken) und ein Waschhaus zum pfarrlichen Anwesen. Der bäuerliche Betrieb des Pfarrers wurde 1915 eingestellt und in den frühen 60er Jahren erfolgte der Abriss der landwirtschaftlichen Gebäudeteile. Das Pfarrhaus wurde 1997 nochmals umfangreich renoviert. Im Obergeschoss befindet sich heute eine Wohnung und im Erdgeschoss das Pfarrbüro. In einer Umbaumaßnahme im Jahr 2007 wurde dieses Erdgeschoss so eingerichtet, dass es mit Küche, einem großen und einem kleinen Besprechungsraum und einem Jugendraum nun als Pfarrheim genutzt wird. Da die Diözese Augsburg in diesem Jahr des 1200sten Todestags von Bischof Simpert gedachte und wir in unserem Altar eine Reliquie dieses Bistumspatrons aufbewahren, bekam das Pfarrheim auch seinen Namen – „Pfarrheim St. Simpert“.